
Planeten Sonnensystem: 8 Planeten, Reihenfolge & Monde
Wer in den Nachthimmel blickt, sieht nur einen winzigen Ausschnitt dessen, was unser Sonnensystem ausmacht. Die acht Planeten, die mit uns um die Sonne kreisen, sind so unterschiedlich, dass man kaum glaubt, sie gehören zusammen – vom glühend heißen Merkur bis zum eisigen Neptun. Dieser Artikel zeigt, welche Planeten es gibt, in welcher Reihenfolge sie stehen und warum Pluto nicht mehr dazugehört.
Anzahl Planeten: 8 ·
Größter Planet: Jupiter ·
Kleinster Planet: Merkur ·
Planet mit den meisten Monden: Saturn (146) ·
Bewohnbarer Planet: Erde ·
Planet 9: hypothetisch, noch nicht gefunden
Kurzüberblick
- Das Sonnensystem hat acht Planeten (Wikipedia (DE))
- Pluto wurde 2006 zum Zwergplaneten herabgestuft (Wikipedia (DE))
- Jupiter ist der größte Planet (Wikipedia (DE))
- Saturn hat 146 bekannte Monde (Wikipedia (DE))
- Existenz von Planet 9 nicht bestätigt (NASA Science (führende US-Raumfahrtbehörde))
- Genaue Anzahl der Monde wird laufend aktualisiert (NASA Science (führende US-Raumfahrtbehörde))
- Mögliche Bewohnbarkeit von Mars oder Exomonden ungewiss (NASA Science (führende US-Raumfahrtbehörde))
- 2006: IAU definiert Planetenbegriff neu, Pluto degradiert (Wikipedia (DE))
- 2016: Planet-9-Hypothese von Batygin und Brown veröffentlicht (Space.com (US-Wissenschaftsportal))
- 2019: Neue Modellrechnungen zu Planet 9 veröffentlicht (arXiv (Open-Access-Repositorium für Forschung))
- Vera-C.-Rubin-Observatorium soll Planet 9 aufspüren (The Planetary Society (internationale Interessengemeinschaft))
- Neue Monde werden regelmäßig entdeckt (The Planetary Society (internationale Interessengemeinschaft))
- Forschung zu Exomonde und bewohnbaren Zonen intensiviert sich (The Planetary Society (internationale Interessengemeinschaft))
Sind es 8 oder 9 Planeten?
Die kurze Antwort: Es sind offiziell acht Planeten. Die Internationale Astronomische Union (IAU) legte 2006 fest, dass ein Himmelskörper drei Kriterien erfüllen muss, um als Planet zu gelten: Er muss die Sonne umkreisen, genug Masse für eine runde Form besitzen und seine Umlaufbahn „freigeräumt“ haben – also keine anderen größeren Objekte in seiner Nähe dulden. Pluto scheiterte am letzten Punkt. Seitdem wird er als Zwergplanet geführt, gemeinsam mit Ceres, Haumea, Makemake und Eris (Wikipedia (DE)).
Die Entscheidung der IAU war alles andere als willkürlich: Würde man Pluto als Planet zählen, müsste man auch mindestens fünf weitere Objekte im Kuipergürtel als Planeten anerkennen. Die Acht bleibt daher die sauberste Lösung.
Warum ist Pluto kein Planet mehr?
Pluto erfüllt zwei der drei Kriterien: Er umkreist die Sonne und ist rund. Aber seine Umlaufbahn teilt er sich mit zahlreichen Objekten des Kuipergürtels. Die IAU-Resolution von 2006 definierte den Begriff Planetenbegriff neu, wodurch Pluto zum Zwergplaneten wurde (Wikipedia (DE)). Das bedeutet nicht, dass Pluto unwichtig wäre – als Zwergplanet ist er das größte bekannte Objekt im Kuipergürtel und besitzt fünf Monde: Charon, Styx, Nix, Kerberos und Hydra.
Wurde Planet 9 entdeckt?
Nein, Planet 9 ist weiterhin hypothetisch. Die Hypothese wurde 2016 von den Astronomen Konstantin Batygin und Mike Brown vom California Institute of Technology prominent formuliert, um ungewöhnliche Bahnen entfernter Kuiper-Gürtel-Objekte zu erklären (Space.com (US-Wissenschaftsportal)). Batygin und Brown schätzen Planet Nine auf etwa zehn Erdmassen (NASA Science (führende US-Raumfahrtbehörde)). Die NASA beschreibt den hypothetischen Planeten als möglicherweise etwa 20-mal weiter von der Sonne entfernt als Neptun (NASA Science (führende US-Raumfahrtbehörde)). Eine direkte Beobachtung steht noch aus.
Die Implikation: Solange niemand Planet 9 durch ein Teleskop sieht, bleibt er eine elegante Erklärung für seltsame Umlaufbahnen – aber keine Gewissheit. Die Suche läuft, das Vera-C.-Rubin-Observatorium in Chile könnte in den kommenden Jahren Klarheit bringen (The Planetary Society (internationale Interessengemeinschaft)).
Wie heißen die 12 Planeten?
Es gibt keine „12 Planeten“. Die Vorstellung von zwölf Planeten entstand aus einem nicht umgesetzten IAU-Vorschlag von 2006, der neben den acht klassischen Planeten auch Ceres, Pluto, Charon (Plutos Mond) und Eris als Planeten anerkennen wollte. Der Vorschlag scheiterte. Stattdessen führte die IAU die Kategorie „Zwergplanet“ ein, zu der heute Ceres, Pluto, Haumea, Makemake und Eris zählen (Wikipedia (DE)).
Wie ist die Reihenfolge der 8 Planeten?
Acht Himmelskörper, eine Abfolge: von der Sonne aus gesehen lauten die Namen Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun. Wer sich die Reihenfolge merken möchte, nutzt seit Jahrzehnten Eselsbrücken – mehr dazu im Abschnitt Merksprüche. Zwei Planeten ragen heraus: Merkur ist der sonnennächste und kleinste Planet, Neptun der sonnenfernste und äußerste.
Ein Blick auf die Entfernungen und Größen zeigt die enorme Spannweite:
| Planet | Entfernung zur Sonne (Mio. km) | Durchmesser (km) | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Merkur | 57,9 | 4.879 | Kleinster Planet, kein Mond |
| Venus | 108,2 | 12.104 | Heißester Planet, rotiert rückwärts |
| Erde | 149,6 | 12.756 | Einziger mit bewohnbarer Atmosphäre |
| Mars | 227,9 | 6.792 | Roter Planet, zwei Monde |
| Jupiter | 778,5 | 142.984 | Größter Planet, 95 Monde |
| Saturn | 1.432,0 | 120.536 | Auffälligste Ringe, 146 Monde |
| Uranus | 2.867,0 | 51.118 | Liegt auf der Seite, 29 Monde |
| Neptun | 4.515,0 | 49.528 | Äußerster Planet, 16 Monde |
Das Muster: Die inneren vier Gesteinsplaneten sind klein und dicht; die äußeren vier Gasriesen sind gigantisch, kalt und von Ringen sowie zahlreichen Monden umgeben. Die Grenze zwischen beiden Gruppen liegt zwischen Mars und Jupiter – mitten im Asteroidengürtel.
Welcher Planet ist der nächste an der Sonne?
Merkur ist der sonnennächste Planet. Seine Umlaufbahn liegt im Schnitt 57,9 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt. Tagsüber heizt sich die Oberfläche auf bis zu 430 Grad Celsius auf, nachts kühlt sie auf minus 180 Grad ab. Einen Mond besitzt Merkur nicht (Wikipedia (DE)).
Welcher ist der äußerste Planet?
Neptun ist der äußerste anerkannte Planet des Sonnensystems. Mit einer durchschnittlichen Entfernung von 4,5 Milliarden Kilometern von der Sonne benötigt er etwa 165 Erdjahre für einen Umlauf. Neptun hat 16 bekannte Monde (Wikipedia (DE)).
Wie viele Monde haben die 8 Planeten?
Die Verteilung der Monde ist extrem ungleich: Die inneren Planeten besitzen fast keine, die Gasriesen dafür umso mehr. Merkur und Venus haben überhaupt keine Monde. Die Erde hat einen Mond, der Mars zwei (Wikipedia (DE)). Jupiter kommt auf 95 Monde, Saturn auf 146, Uranus auf 29 und Neptun auf 16. Die Zahlen aktualisieren sich regelmäßig, da neue Monde entdeckt werden.
Fünf Monde, eine Ahnung ihrer Vielfalt:
| Mond | Planet | Besonderheit |
|---|---|---|
| Ganymed | Jupiter | Größter Mond im Sonnensystem, größer als Merkur (astrokramkiste.de (Astronomie-Portal)) |
| Titan | Saturn | Größter Saturnmond, dichte Atmosphäre (astrokramkiste.de (Astronomie-Portal)) |
| Europa | Jupiter | Eisbedeckt, möglicher Ozean unter der Kruste |
| Enceladus | Saturn | Eisgeysire, Hinweise auf flüssiges Wasser |
| Charon | Pluto (Zwergplanet) | Größter Plutomond, halbe Plutogröße |
Was das bedeutet: Die Monde der Gasriesen sind nicht einfach Begleiter – sie sind eigene Welten mit Ozeanen, Vulkanen und Atmosphären. Wer nach bewohnbaren Orten sucht, blickt nicht auf die Planeten selbst, sondern auf ihre Monde.
Welcher Planet hat die meisten Monde?
Saturn führt mit 146 bekannten Monden (Wikipedia (DE)). Jupiter folgt mit 95 Monden. Die Zahlen sind jedoch nicht endgültig – neue Entdeckungen, vor allem durch leistungsstärkere Teleskope, könnten die Rangliste jederzeit ändern.
Welcher Planet hat keinen Mond?
Merkur und Venus haben keine bekannten Monde (Wikipedia (DE)). Warum? Merkur ist der Sonne zu nah, sodass die Schwerkraft der Sonne jeden potenziellen Mond aus seiner Umlaufbahn reißen würde. Bei Venus vermuten Astronomen, dass ein früherer Mond durch Gezeitenkräfte zerstört wurde oder abstürzte.
Welcher Planet hat 274 Monde?
Die Zahl 274 bezieht sich nicht auf einen einzelnen Planeten, sondern ist eine veraltete Schätzung aller Monde des Sonnensystems. Aktuelle Zählungen kommen auf deutlich mehr als 290 bekannte Monde. Die Angabe stammt aus älteren Lehrbüchern und wird heute nicht mehr verwendet.
Wie heißen die 5 Monde von Pluto?
Pluto hat fünf Monde: Charon (der größte, misst etwa die Hälfte von Pluto), Styx, Nix, Kerberos und Hydra. Entdeckt wurden sie zwischen 1978 (Charon) und 2012 (Kerberos und Styx). Charon ist so groß, dass Pluto und Charon oft als Doppelzwergplanetensystem bezeichnet werden.
Welcher Planet hat einen Ring?
Alle vier Gasriesen besitzen Ringsysteme: Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun. Der Eindruck, nur Saturn habe Ringe, ist weit verbreitet – doch die Ringe der anderen sind nur viel dünner und dunkler und daher von der Erde aus schwer zu sehen (Wikipedia (DE)). Am auffälligsten sind die Ringe des Saturn.
Saturns Ringe sind spektakulär – aber sie sind auch extrem dünn. Die geschätzte Dicke beträgt stellenweise nur zehn Meter. Auf die Größe des Saturns hochgerechnet wäre das dünner als ein Blatt Papier auf einem Fußballfeld.
Welcher Planet hat die auffälligsten Ringe?
Saturn besitzt die auffälligsten Ringe im Sonnensystem. Sie bestehen aus Milliarden von Eis- und Gesteinspartikeln und erstrecken sich über Hunderttausende Kilometer. Die Ringe sind von der Erde aus bereits mit einem kleinen Teleskop sichtbar.
Welches ist der größte Planet?
Jupiter ist der größte Planet im Sonnensystem. Sein Durchmesser beträgt 142.984 Kilometer – mehr als elfmal so viel wie der der Erde. Sein berühmtes Merkmal ist der Große Rote Fleck, ein Sturm, der seit mindestens 300 Jahren tobt.
Welcher Planet wäre noch bewohnbar?
Kein Planet außer der Erde ist derzeit bewohnbar. Der Mars wird als möglicher Kandidat für eine zukünftige Besiedlung diskutiert, besitzt aber keine atembare Atmosphäre und kein flüssiges Wasser an der Oberfläche. Exomonde wie der Jupitermond Europa oder der Saturnmond Enceladus gelten als vielversprechende Ziele für die Suche nach außerirdischem Leben, weil sie unter ihrer Eiskruste flüssige Ozeane haben könnten.
Wie kann man sich die 9 Planeten merken?
Der klassische Merkspruch für neun Planeten lautete: „Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unsere neun Planeten.“ Nach der Degradierung Plutos wurde daraus: „Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unseren Nachthimmel.“ Eine andere Variante: „Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun“ – die Anfangsbuchstaben sind die Eselsbrücke.
Welche Merksprüche gibt es für die Planeten?
Für acht Planeten gibt es zahlreiche Merksprüche. Die bekannteste deutschsprachige Version ist: „Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unseren Nachthimmel.“ (M-V-E-M-J-S-U-N). Für Englisch: „My Very Educated Mother Just Served Us Noodles.“ Wichtig ist, dass der Spruch für die Lernenden einprägsam ist – ob skurril oder logisch, bleibt Geschmackssache.
Wie merkt man sich die Reihenfolge mit Eselsbrücken?
Wer die Reihenfolge der Planeten von der Sonne aus lernen möchte, kann sich an den Anfangsbuchstaben orientieren. Eine weitere Hilfe: Die inneren vier Gesteinsplaneten (Merkur, Venus, Erde, Mars) sind klein und nah an der Sonne; die äußeren vier Gasriesen (Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun) sind groß und weit entfernt. Wer sich das Schema merkt, muss nicht einmal den Merkspruch auswendig können.
Warum hat noch niemand die Rückseite des Mondes gesehen?
Die Rückseite des Mondes wurde sehr wohl gesehen – nur nicht von der Erde aus mit bloßem Auge. Der Mond hat eine gebundene Rotation: Er dreht sich in genau derselben Zeit um die eigene Achse wie um die Erde. Deshalb zeigt er uns immer dieselbe Seite. Erstmals fotografiert wurde die Rückseite 1959 von der sowjetischen Sonde Luna 3. Heute gibt es viele hochauflösende Bilder, etwa von der chinesischen Mission Chang’e 4, die 2019 auf der Rückseite landete.
Der Haken: „Rückseite“ klingt nach permanenter Dunkelheit, aber das stimmt nicht. Auch die Rückseite erhält Sonnenlicht. „Dunkle Seite des Mondes“ ist ein Mythos. Die richtige Bezeichnung ist „erdabgewandte Seite“.
Was ist die gebundene Rotation?
Gebundene Rotation bedeutet, dass ein Himmelskörper seinem Mutterkörper immer dieselbe Seite zuwendet. Der Mond braucht für eine Achsendrehung genauso lange wie für einen Umlauf um die Erde – etwa 27,3 Tage. Dieses Phänomen ist im Sonnensystem häufig: Viele Monde großer Planeten zeigen ihrem Planeten ebenfalls immer dieselbe Seite.
Hat der Mond eine dunkle Seite?
Nein. Die erdabgewandte Seite des Mondes ist nicht ständig dunkel. Sie bekommt genauso viel Sonnenlicht ab wie die uns zugewandte Seite – nur zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Während Neumond ist die uns zugewandte Seite dunkel, die Rückseite dagegen voll beleuchtet.
en.wikipedia.org, physicstoday.aip.org, caltech.edu, de.wikipedia.org, space.com
Häufig gestellte Fragen
Wie lange dauert ein Tag auf dem Jupiter?
Ein Tag auf Jupiter dauert etwa 9 Stunden und 55 Minuten – der kürzeste Tag aller Planeten. Trotz seiner enormen Größe rotiert der Gasriese extrem schnell.
Was ist der Unterschied zwischen einem Planeten und einem Zwergplaneten?
Ein Planet muss seine Nachbarschaft „freigeräumt“ haben, ein Zwergplanet nicht. Beide umkreisen die Sonne und haben genug Masse für eine runde Form. Zwergplaneten teilen sich ihre Umlaufbahn jedoch mit anderen Objekten (Wikipedia (DE)).
Wie weit ist die Sonne von der Erde entfernt?
Die durchschnittliche Entfernung beträgt etwa 149,6 Millionen Kilometer – eine astronomische Einheit (AE). Licht braucht für diese Strecke rund 8 Minuten und 20 Sekunden.
Welcher Planet hat die längste Umlaufzeit?
Neptun benötigt rund 165 Erdjahre für einen Umlauf um die Sonne. Seit seiner Entdeckung 1846 hat er noch nicht einmal einen vollen Umlauf absolviert.
Welcher Planet ist der heißeste?
Venus ist mit einer Durchschnittstemperatur von etwa 462 Grad Celsius der heißeste Planet. Ihre dichte Kohlendioxid-Atmosphäre erzeugt einen extremen Treibhauseffekt – obwohl Merkur der Sonne näher ist.
Warum heißt der Mars der rote Planet?
Der Mars erscheint rötlich, weil seine Oberfläche reich an Eisenoxid ist – im Prinzip rostet der Mars. Schon mit bloßem Auge ist der rötliche Schimmer am Nachthimmel zu erkennen.
Wie viele Planeten gibt es im Sonnensystem?
Es gibt acht anerkannte Planeten: Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun. Pluto wird als Zwergplanet klassifiziert (Wikipedia (DE)).
Könnte Planet 9 existieren?
Die Existenz ist hypothetisch, aber nicht widerlegt. Astronomen wie Batygin und Brown halten einen unsichtbaren Planeten mit etwa fünf bis zehn Erdmassen für die plausibelste Erklärung bestimmter Bahnanomalien (NASA Science (führende US-Raumfahrtbehörde)). Ein direkter Nachweis steht noch aus.