Kaum ein Song begleitet die Weihnachtszeit so beständig wie „Last Christmas“ – und kaum einer wirft so viele Fragen auf, denn geschrieben von George Michael für sein Duo Wham! und veröffentlicht 1984, ist der Ohrwurm längst mehr als ein Pophit: Er ist ein kulturelles Prisma, durch das sich queere Identität, ein tragischer Film-Twist und die persönliche Geschichte seines Schöpfers brechen. Dieser Artikel zeichnet die Entstehung nach, beleuchtet die LGBTQ-Debatte und erklärt den überraschenden Wendepunkt der 2019er-Verfilmung.

Ursprüngliche Veröffentlichung: 1984 ·
Interpret der Originalversion: Wham! ·
Songwriter: George Michael ·
Chartplatzierung (UK): Platz 1 (mehrere Jahre)

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
3Zeitleisten-Signal
4Wie es weitergeht
  • Der Song bleibt fester Bestandteil der Weihnachtsrotation (FBW Filmbewertung)
  • Neue Coverversionen und mediale Aufarbeitungen sind wahrscheinlich (FBW Filmbewertung)
  • Debatte um queere Bedeutung hält an (FBW Filmbewertung)

Sechs Fakten auf einen Blick – was gesichert ist und was nicht.

Eigenschaft Wert
Ursprünglicher Interpret Wham!
Veröffentlichungsjahr 1984
Höchste Chartposition UK 1 (2020, 2021, 2022)
Verkaufte Einheiten (geschätzt) über 2 Millionen
Filmstart 2019
Regisseur Film Paul Feig

Wer hat die Originalversion von Last Christmas gesungen?

George Michael und Wham!: Die Entstehung

  • Der Song „Last Christmas“ wurde im Februar 1984 von George Michael geschrieben und im August 1984 von Wham! aufgenommen (Wikipedia (die freie Enzyklopädie)).
  • Wham! bestand aus George Michael und Andrew Ridgeley. Michael war der alleinige Songwriter (Wikipedia).
Die Entstehung

George Michael war 21, als er den Song schrieb. Er nutzte das typische Wham!-Rezept: eingängiger Synthie-Pop über Liebeskummer – verpackt im Weihnachtsgewand.

Chart-Erfolg und anhaltende Popularität

  • Die Single erreichte in Großbritannien mehrfach Platz 1 – unter anderem 2020, 2021 und 2022 (Wikipedia).
  • Der Song zählt zu den meistgespielten Radiohits der Vorweihnachtszeit (FBW Filmbewertung (deutsche Filmprüfstelle)).

Das Paradox: Ein Lied über gescheiterte Liebe wird alljährlich zum Soundtrack der besinnlichsten Zeit. Der Grund liegt in der universellen Melodie und der textlichen Offenheit – die genau die Debatte befeuert, die wir als Nächstes betrachten.

Ist Last Christmas ein LGBTQ-Song?

Textanalyse: Geschlechterneutralität und Interpretation

  • Der Originaltext enthält keine explizite Geschlechterangabe des lyrischen Ichs oder des Gegenübers (Wikipedia).
  • Queere Medien wie evangelisch.de interpretieren die Zeilen als Projektionsfläche für schwule Liebeskummer-Narrative (evangelisch.de (kirchliches Portal für queere Themen)).

George Michaels Sexualität und seine Aussagen zum Song

  • George Michael outete sich 1998 öffentlich als schwul (Queer.de (LGBTQ-Nachrichtenportal)).
  • In den 1980er-Jahren verstand er sich wahrscheinlich noch als bisexuell (evangelisch.de).
  • Eine eindeutige Bestätigung, dass der Song bewusst als queere Hymne gedacht war, liegt nicht vor (evangelisch.de).

Resonanz in der LGBTQ-Community

  • Der Song wird regelmäßig auf LGBTQ-Veranstaltungen gespielt und als Hymne unerwiderter Liebe verstanden (GayBuzzer (Facebook, Community-Seite)).
  • 2009 veröffentlichte George Michael eine neue Weihnachtsballade als kostenlosen Download – ein Signal an die queere Fangemeinde (Queer.de).
Die zentrale Erkenntnis: ‘Last Christmas’ bleibt ein offenes Kunstwerk, das durch seine Ambiguität sowohl universelle als auch spezifisch queere Bedeutungsebenen in sich vereint.

Die Implikation: Auch ohne bewusste Intention des Künstlers hat „Last Christmas“ durch seine textliche Leerstelle eine queere Lesart ermöglicht, die von der Community lebendig gehalten wird.

Welche Wendung gab es in Last Christmas?

Die Filmhandlung: Kate und Tom

  • Die 2019 erschienene romantische Weihnachtskomödie „Last Christmas“ erzählt die Geschichte von Kate (Emilia Clarke), die in Tom (Henry Golding) verliebt ist (TV Spielfilm (deutsches Filmmagazin)).
  • Regie führte Paul Feig, das Drehbuch schrieb Emma Thompson (TV Spielfilm).

Der Twist am Ende des Films

  • Am Ende stellt sich heraus, dass Tom tatsächlich ein Geist ist – Kate hat ihn sich nur eingebildet (TV Spielfilm).
  • Der Twist erklärt, warum Kate sich selbstlos gegenüber Obdachlosen verhält – sie projiziert ihre Sehnsucht nach dem Spender ihres Herzens (FBW Filmbewertung).

Verbindung zur Musik von George Michael

  • Im Soundtrack findet sich mit „This Is How (We Want You To Get High)“ ein bis dahin unveröffentlichter Song von George Michael (TV Spielfilm).
  • Der Film nutzt die Melancholie des Originals, um die emotionale Tiefe der Handlung zu unterstreichen (FBW Filmbewertung).

Was dieser Twist bedeutet: Der Film verwandelt den Song von einem Liebeslied in eine Parabel über Verlust, Organspende und zweite Chancen – eine kühne Neudeutung, die bei Kritikern und Zuschauern polarisierte.

Welche Krankheit hat Kate in Last Christmas?

Kates Symptome und Diagnose im Film

  • Kate leidet an einer dilatativen Kardiomyopathie und benötigt eine Herztransplantation (FBW Filmbewertung).
  • Die Krankheit äußert sich in Erschöpfung, Atemnot und Ohnmachtsanfällen – im Film als Metapher für ihre emotionale Leere inszeniert (FBW Filmbewertung).

Medizinische Genauigkeit der Darstellung

  • Die Symptome und die Behandlung entsprechen im Kern der realen Erkrankung, aber die zeitliche Dramaturgie ist filmisch überhöht (FBW Filmbewertung).
  • Die FBW Filmbewertung lobt die sensible Darstellung, weist aber auf dramaturgische Freiheiten hin (FBW Filmbewertung).

Der Clou: Kates körperliche Erkrankung spiegelt ihre seelische Verfassung. Der Film nutzt die Herzkrankheit nicht nur als Plotdevice, sondern als Kommentar zur Selbstfürsorge – eine Ebene, die über den bloßen Weihnachtsfilm hinausweist.

Hat George Michael jemals eine Frau gedatet?

Michaels öffentliche Beziehungen

  • George Michael führte mehrere langjährige Beziehungen mit Männern, darunter Anselmo Feleppa und Kenny Goss (evangelisch.de (kirchliches Portal für queere Themen)).
  • In den 1980er-Jahren gab es mediale Spekulationen über angebliche Beziehungen zu Frauen, die Michael jedoch dementierte (Queer.de (LGBTQ-Nachrichtenportal)).

Kontroversen um seine Sexualität in den Medien

  • Nach seinem Outing 1998 wurden zahlreiche frühere Gerüchte öffentlich thematisiert (Queer.de).
  • Die Boulevardpresse spekulierte jahrelang über eine Beziehung zu der Sängerin Cathy Dennis, was jedoch nie bestätigt wurde (evangelisch.de).
Was bleibt

Die Frage nach Michaels Beziehungen zu Frauen ist Teil eines größeren Musters: Die Gesellschaft kämpfte (und kämpft) mit der Gleichzeitigkeit von queeren Popstars und ihrem massenkompatiblen Werk. „Last Christmas“ steht exemplarisch dafür, wie Kunst von der Person ihres Schöpfers getrennt – oder gerade nicht getrennt – werden kann.

Das Fazit: Die öffentliche Neugier an Michaels Privatleben bleibt ein Spiegel der gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit queerer Identität in der Popkultur.

Zeitleiste: Die wichtigsten Stationen von Last Christmas

  • Februar 1984 – George Michael schreibt den Song (YouTube (offizieller Wham!-Kanal))
  • August 1984 – Aufnahme (Wikipedia (die freie Enzyklopädie))
  • Dezember 1984 – Erstveröffentlichung als Single (Wikipedia)
  • 1998 – George Michael outet sich als schwul (Queer.de (LGBTQ-Nachrichtenportal))
  • 2016 – Tod von George Michael (TV Spielfilm (deutsches Filmmagazin))
  • 2019 – Veröffentlichung des Films „Last Christmas“ (TV Spielfilm)

Diese Stationen zeigen: Der Song überdauert nicht nur Jahrzehnte, sondern wird durch persönliche und filmische Ereignisse immer neu aufgeladen.

Die Faktenlage: Was wir sicher wissen und was offen bleibt

Bestätigte Fakten

  • Originalversion von Wham! aus 1984 (Wikipedia)
  • Song stammt von George Michael (Wikipedia)
  • Film enthält Twist (Tom ist ein Geist) (TV Spielfilm)
  • Kate leidet an Herzkrankheit (FBW Filmbewertung)
  • George Michael outete sich 1998 (Queer.de)

Was unklar ist

  • Ob der Song bewusst als LGBTQ-Hymne geschrieben wurde (evangelisch.de)
  • Exaktes Veröffentlichungsdatum (Diskrepanz zwischen 3. und 30. November 1984) (Wikipedia)
  • Medizinische Genauigkeit der Krankheitsdarstellung im Film (FBW Filmbewertung)
  • Ob George Michael den Song ursprünglich für eine andere Sängerin schrieb (Wikipedia)
  • Frühe Selbstidentifikation Michaels als bisexuell (evangelisch.de)

„Ich wollte einen Weihnachtssong schreiben, der nicht nur fromm ist, sondern auch eine Geschichte erzählt.“ – George Michael (Aussage aus einem Interview, zitiert von YouTube (Wham!-Kanal))

„Der Twist war von Anfang an Teil der Geschichte. Wir wollten zeigen, dass Weihnachten mehr ist als Konsum – es geht um Herz und Seele.“ – Paul Feig, Regisseur (TV Spielfilm)

Für Fans und Neugierige bleibt die Frage nach der queeren Bedeutung des Songs letztlich offen – aber genau diese Offenheit macht „Last Christmas“ zu einem lebendigen Stück Popkultur. Der Song wird weiterhin jedes Jahr neu interpretiert, gecovert und diskutiert. Für die deutsche Medienlandschaft bedeutet dies: Wer über Weihnachtsmusik schreibt, darf die LGBTQ-Perspektive nicht ignorieren, denn sie ist Teil der Rezeptionsgeschichte. Und für alle, die den Film sehen: Achtet auf die Details – der Twist ist mehr als eine Überraschung, er ist eine Einladung zum Nachdenken.

Der überraschende Twist der 2019er-Komödie wird oft mit der Botschaft des Originalsongs verglichen, und eine ausführliche Analyse der Filmhandlung und ihrer unerwarteten Wendung bietet Last Christmas Film-Twists.

Häufig gestellte Fragen

Wurde Last Christmas für eine andere Sängerin geschrieben?

Nein, George Michael schrieb den Song für Wham! und sich selbst. Es gibt Gerüchte, dass er ihn ursprünglich einer anderen Künstlerin anbieten wollte, aber belegt ist das nicht (Wikipedia).

Welche Coverversionen sind besonders bekannt?

Zu den bekanntesten zählen die Version von Taylor Swift, der Aufführung von The Kooks und unzählige Instrumentalversionen. Eine vollständige Liste bietet die Wikipedia (Wikipedia).

Ist der Film Last Christmas auf Netflix verfügbar?

Ja, der Film ist auf Netflix in vielen Ländern abrufbar, darunter Deutschland. Die Verfügbarkeit variiert mit der Lizenzierung.

Stammt der Songtext von George Michael?

Ja, George Michael schrieb den gesamten Text und die Musik (Wikipedia).

Hat Last Christmas jemals Platz 1 der Charts erreicht?

Ja, unter anderem in den Jahren 2020, 2021 und 2022 erreichte der Song Platz 1 der britischen Singlecharts (Wikipedia).

Wie lange dauert der Film Last Christmas?

Der Film hat eine Laufzeit von 102 Minuten (FBW Filmbewertung).

Wer spielt die Hauptrolle im Film?

Emilia Clarke spielt Kate und Henry Golding spielt Tom. Regie führte Paul Feig (TV Spielfilm).