
Albrecht Dürer: Feldhase, Rekordpreis und Standort
Die meisten Menschen kennen Albrecht Dürer, den großen Maler der deutschen Renaissance. Aber nur wenige wissen, dass sein berühmtestes Werk gar kein Ölgemälde ist, sondern die filigrane Naturstudie eines Hasen. Welches Bild also erzielte den höchsten Preis, wo hängt der Hase heute und was ist er tatsächlich wert? Auf den folgenden Seiten finden Sie die datengestützten Antworten.
Geburtsjahr: 1471 ·
Bekanntestes Werk: Feldhase (1502) ·
Auktionsrekord: Holzschnitt des Rhinozeros, über 700.000 € (2012) ·
Hauptwirkungsort: Nürnberg
Kurzüberblick
- Albrecht Dürer wurde 1471 in Nürnberg geboren (Wikipedia).
- Der Feldhase (1502) gilt als sein bekanntestes Werk (Art in Words).
- Der Holzschnitt des Rhinozeros erzielte 2012 einen Rekordpreis (Art in Words). (Wikipedia)
- Ob Dürer und Leonardo da Vinci sich persönlich trafen, ist nicht belegt.
- Der genaue Versicherungswert des Feldhasen ist nicht öffentlich.
- Der Feldhase wurde 1502 geschaffen; seitdem nur neunmal ausgestellt. (Deutschlandfunk Kultur)
- Die nächste öffentliche Ausstellung des Originals ist für 2028 geplant (Deutschlandfunk Kultur).
- Original nur noch selten zu sehen; die Albertina zeigt meist eine Kopie.
- Für Sammler bleibt die Druckgraphik der lukrativste Markt.
Die zentralen Daten auf einen Blick:
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Vollständiger Name | Albrecht Dürer der Jüngere |
| Eoche | Renaissance |
| Geburtsdatum | 21. Mai 1471 |
| Sterbedatum | 6. April 1528 |
| Bekanntestes Werk | Feldhase (1502) |
| Höchster Auktionspreis | Über 700.000 € (Rhinozeros-Holzschnitt) |
Was ist Albrecht Dürers bekanntestes Werk?
Dürers bekanntestes Werk ist der Feldhase, eine 1502 entstandene Aquarell- und Gouache-Studie auf Papier. Die Zeichnung misst rund 25 × 22,5 cm und zeigt einen Feldhasen in seitlicher Ansicht vor einem leeren, hellen Hintergrund. Es ist eine der frühesten reinen Naturstudien der europäischen Kunstgeschichte und gilt als Meisterwerk der Beobachtungsgabe.
Während die italienische Renaissance das Altarbild und das Historienbild in den Vordergrund stellte, schuf Dürer mit dem Feldhasen eine Bildmarke der anderen Art: ein Motiv, das ohne jeglichen mythologischen oder religiösen Kontext auskommt und allein aus der Natur seine Kraft schöpft.
Der Feldhase wurde im 18. Jahrhundert von der Albertina in Wien erworben (Der Spiegel). Weitere berühmte Werke Dürers sind das Selbstbildnis im Pelzrock (1500) und Das große Rasenstück (1503).
Was ist das teuerste Bild von Albrecht Dürer?
Während der Feldhase als unbezahlbarer nationaler Kunstschatz gilt, hat die Druckgraphik von Dürer in den letzten Jahrzehnten Auktionsrekorde erzielt. Den höchsten bekannten Verkaufspreis erzielte ein Holzschnitt des Rhinozeros in einer Auktion im Jahr 2012, der mit über 700.000 Euro bewertet wurde (Art in Words). Der Rhinozeros-Holzschnitt aus dem Jahr 1515 ist eines der berühmtesten grafischen Blätter der Kunstgeschichte.
Damit zeigt sich eine klare Marktregel: Druckgraphik erzielt auf dem internationalen Kunstmarkt höhere Preise als Dürers Gemälde, die meist im Museumsbesitz sind. Kupferstiche wie Melencolia I (1514) oder Ritter, Tod und Teufel (1513) zählen zu den meistgesuchten Sammlerobjekten. Der Wert eines einzelnen Kupferstichs bewegt sich je nach Zustand und Seltenheit zwischen mehreren tausend Euro bis zu über 500.000 Euro in erstklassigen Frühdrucken.
Dürers seltene Holzschnitte und Kupferstiche sind zwar auf dem Markt zu finden, aber die Preise schwanken massiv: Ein und derselbe Kupferstich kann je nach Druckqualität und Provenienz das Zehnfache eines anderen Exemplars wert sein.
Wo hängt der Hase von Dürer?
Der Feldhase befindet sich im Bestand der Albertina in Wien (Sonntagsblatt/epd). Das Museum besitzt die weltweit größte Sammlung Dürerscher Werke auf Papier. Allerdings wird der Feldhase aus konservatorischen Gründen nur äußerst selten im Original gezeigt:
- Der Kurator Christof Metzger gab 2025 an, dass das Werk in rund 150 Jahren erst neunmal ausgestellt wurde (Deutschlandfunk Kultur).
- Die letzte Präsentation des Originals fand 2019/20 statt, die nächste ist für 2028 geplant.
- In der Dauerausstellung der Albertina ist fast immer eine Kopie zu sehen, während das Original im lichtgeschützten Depot aufbewahrt wird (Der Spiegel).
Das berühmteste Bild des Renaissancekünstlers ist das ganze Jahr über praktisch unsichtbar. Was also Millionen von Besuchern in der Albertina sehen, ist meist nicht das Original, sondern ein Platzhalter. Die echte Begegnung bleibt eine Ausnahme.
Haben sich Dürer und Da Vinci getroffen?
Diese Frage wird in Kunstkreisen immer wieder gestellt. Es gibt keine gesicherten Belege für ein persönliches Treffen zwischen Albrecht Dürer (1471–1528) und Leonardo da Vinci (1452–1519). Beide Künstler bewegten sich im selben Zeithorizont der Hochrenaissance, doch ihre Lebenswege kreuzten sich nie nachweislich.
- Erste Italienreise Dürers (1494–1495): Dürer reiste durch Oberitalien, hielt sich aber vermutlich nicht in Florenz oder Mailand auf, wo Da Vinci zu dieser Zeit wirkte.
- Zweite Italienreise (1505–1507): Dürer hielt sich vor allem in Venedig auf und knüpfte Kontakte zu venezianischen Künstlern wie Giovanni Bellini. Da Vinci war zu dieser Zeit in Florenz und Mailand tätig.
- Die Quellenlage bietet keine Briefe, Werkverzeichnisse oder zeitgenössischen Berichte, die ein Treffen belegen würden (Wikipedia).
Was ist der Hase von Dürer wert?
Der Feldhase gilt als unschätzbar wertvoll. Es gibt keinen öffentlich bekannten Versicherungswert, da das Werk als nationales Kulturgut eingestuft ist und nicht auf dem freien Markt gehandelt wird (Sonntagsblatt/epd). Der materielle Wert liegt weniger in einem konkreten Preis als in der Einzigartigkeit und dem Erhaltungszustand des Papiers.
Kunstliebhaber erhalten das Bild kostenlos im Museum zu sehen – doch nur als Reproduktion. Ein Sammler, der das Original kaufen wollte, müsste mit einem Preis im hohen zweistelligen Millionenbereich rechnen, vorausgesetzt, der österreichische Staat ließe es überhaupt zu. Die wahre Spannung besteht zwischen öffentlichem Zugang und konservatorischem Schutz.
Zeitleiste: Die wichtigsten Stationen
- 1471: Geburt in Nürnberg (Wikipedia)
- 1494–1495: Erste Italienreise
- 1500: Selbstbildnis im Pelzrock entstanden
- 1502: Feldhase entstanden (Naturstudie)
- 1505–1507: Zweite Italienreise
- 1528: Tod in Nürnberg
Bestätigte Fakten und offene Fragen
Bestätigte Fakten
- Albrecht Dürer wurde 1471 in Nürnberg geboren (Wikipedia).
- Der Feldhase gilt als sein bekanntestes Werk (Art in Words).
- Der Holzschnitt des Rhinozeros erzielte 2012 einen Rekordpreis über 700.000 Euro.
Was unklar ist
- Ob Dürer und Leonardo da Vinci sich persönlich trafen, ist nicht belegt.
- Der genaue Versicherungswert des Feldhasen ist nicht öffentlich.
Stimmen zum Werk
„Der Feldhase ist eine der größten Naturstudien der Kunstgeschichte und ein Markenzeichen der deutschen Renaissance.“
– Christof Metzger, Kurator der Albertina Wien (zit. nach Deutschlandfunk Kultur)
„Dürer war der erste Künstler nördlich der Alpen, der die Natur zum eigenständigen Thema machte.“
– Art in Words (Fachmedium für Kunstgeschichte), Quelle
Die Einschätzungen unterstreichen: Dürers Werk veränderte den Kunstbetrieb nachhaltig.
de.wikipedia.org, daskreativeuniversum.de, deutsch.wikibrief.org, en.wikipedia.org, staatsgalerie.de, bildbeschreibungen.com, sv.wikipedia.org, wikiart.org
Häufig gestellte Fragen
Wie viele Kupferstiche hat Dürer geschaffen?
Dürer schuf rund 100 Kupferstiche, darunter Meisterwerke wie „Melencolia I“ und „Ritter, Tod und Teufel“.
In welcher Technik arbeitete Dürer vorwiegend?
Er beherrschte Ölmalerei, Aquarell, Kupferstich und Holzschnitt – vor allem seine Druckgraphik machte ihn europaweit bekannt.
Welches Selbstbildnis ist das bekannteste?
Das „Selbstbildnis im Pelzrock“ (1500) gilt als sein ikonischstes Selbstporträt, ausgestellt in der Alten Pinakothek München.
War Dürer auch als Kunsttheoretiker tätig?
Ja, er verfasste Schriften zur menschlichen Proportion und zur Befestigungslehre und gilt als wichtiger Theoretiker der Renaissance.
Welche Bedeutung hat der Feldhase in der Kunstgeschichte?
Der Feldhase gilt als erste eigenständige Naturstudie der europäischen Kunst und als Meisterwerk der Beobachtungsgenauigkeit.
Die Faktenlage zeigt: Der Feldhase ist kein gewöhnliches Gemälde, sondern ein äußerst selten gezeigtes Unikat auf Papier. Die Albertina bewahrt es mit höchster Sorgfalt – auf Kosten der öffentlichen Sichtbarkeit. Für Kunstsammler in Deutschland und Österreich bedeutet dies: Wer Dürer in seiner höchsten Form erleben will, muss Geduld haben. Entweder bis 2028 – oder alternativ in die Druckgraphik investieren, deren Auktionsrekorde die wahre Marktdynamik zeigen. Das Urteil: Der Feldhase bleibt das bekannteste Werk – aber seine Zugänglichkeit ist die eigentliche Seltenheit.