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Psalm 23: Der Herr ist mein Hirte – Text, Bedeutung & Erklärung

Maximilian Simon Hoffmann Richter • 2026-05-28 • Gepruft von Oliver Weber

Es gibt Bibelverse, die Menschen ein Leben lang begleiten – und Psalm 23 gehört zweifellos dazu. Ob in stillen Momenten, in der Trauer oder als Taufspruch: Die Worte „Der Herr ist mein Hirte“ wirken bis heute wie ein vertrautes Echo aus einer anderen Zeit. In diesem Artikel erfahren Sie den vollständigen Text, die tiefere Bedeutung und warum dieser 3000 Jahre alte Psalm auch heute noch so viele Menschen anspricht.

Bibelstelle: Psalm 23 ·
Autor (traditionell): König David ·
Anzahl Verse: 6 ·
Bekanntheitsgrad: Einer der bekanntesten Psalmen weltweit

Kurzüberblick

1Text des Psalms
  • Luther 1984: „Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.“ (EKD)
  • Einheitsübersetzung: „Der Herr ist mein Hirt, nichts wird mir fehlen.“ (Jesus.de)
  • Ursprüngliche hebräische Fassung (Tehilim) (Wikipedia)
2Bedeutung
  • Hirtenmetapher: Gott als beschützender und führender Hirte (EKD)
  • Gottvertrauen: „Mir wird nichts mangeln“ als Ausdruck vollständiger Versorgung (Jesus.de)
  • Zwei Leitbilder: Hirte und königlicher Gastgeber (Verlag Herder)
3Verwendung
  • Beerdigungen, Taufen, Konfirmationen, Krankenbesuche (EKD)
4Kinder
  • Bildhafte Sprache: grüne Auen, frisches Wasser – auch für Kinder verständlich (EKD)

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Fakten zu Psalm 23 zusammen.

Psalm 23 auf einen Blick: Sechs Fakten zu Herkunft, Aufbau und Bekanntheit.
Buch Psalmen (Tehilim)
Kapitel Psalm 23
Verse 6
Urheber (Tradition) König David
Sprache des Originals Hebräisch
Bekanntheit Höchste – weltweit bekannt

Wie lautet der Psalm 23?

Vorstellung des Textes (Luther 1984)

Der Psalm beginnt mit den Worten: „Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.“ (Evangelische Kirche in Deutschland (EKD)) Der vollständige Text umfasst sechs Verse und entfaltet das Bild eines sorgenden Hirten, der die Herde zu grünen Auen und frischem Wasser führt, durchs dunkle Tal begleitet und schließlich einen Tisch im Angesicht der Feinde deckt.

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) bezeichnet Psalm 23 als einen der bekanntesten und beliebtesten Bibeltexte im deutschen Protestantismus (EKD). Viele Konfirmanden lernen ihn auswendig – ein Zeichen seiner festen Verankerung in der religiösen Praxis.

Alternative Übersetzungen

  • Luther 1984: „Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.“ (EKD)
  • Einheitsübersetzung: „Der Herr ist mein Hirt, nichts wird mir fehlen.“ (Jesus.de)
  • King-James-Version (engl.): „The LORD is my shepherd; I shall not want.“

Vier Übersetzungen, ein Kern: Die Zusage der vollständigen Versorgung durch Gott. Die Unterschiede in der Wortwahl – „nichts mangeln“ oder „nichts fehlen“ – sind Nuancen, die dennoch die gleiche tiefe Gewissheit ausdrücken.

Fazit: Der vollständige Text von Psalm 23 ist in allen gängigen deutschen Bibelausgaben nahezu identisch. Wer ihn in der Lutherfassung lernt, hat den Urtext der reformatorischen Tradition – und einen Trostanker fürs Leben.

Die unterschiedlichen Übersetzungen betonen denselben Kern des Vertrauens.

Was bedeutet „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln“?

Das Hirtenbild im Alten Testament

Im Alten Orient war der Hirte das Sinnbild für Fürsorge, Führung und Schutz. Die Worte „Der HERR ist mein Hirte“ drücken eine persönliche Beziehung aus – Gott führt den Einzelnen wie ein Hirte sein Schaf. Nach der Auslegung der Evangelischen Kirche im Kirchenkreis Aachen steht das Hirtenbild für einen behütenden, fürsorgenden Gott. Charles Spurgeon, der berühmte Prediger des 19. Jahrhunderts, betonte: „Die Aussage ‚Der Herr ist mein Hirte‘ ist ein persönliches Vertrauensbekenntnis – Gott sorgt für die Bedürfnisse des Beters.“ (Evangeliums.net)

Vollständige Versorgung durch Gott

„Mir wird nichts mangeln“ ist mehr als eine materielle Aussage. Es umfasst geistliche Nahrung, Geborgenheit und Orientierung. Der Verlag Herder beschreibt den Beginn des Psalms als kurzes Bekenntnis in hebräischer Grundform: „JHWH ist mein Hirte.“ (Verlag Herder) Die Zusage gilt in jeder Lebenslage – ob im Überfluss oder in der Not.

Das Fazit

Wer diesen Satz betet, vertraut darauf, dass Gottes Fürsorge ausreicht – auch wenn das menschliche Auge Engpässe sieht. Das ist die radikale Zumutung und zugleich der Trost dieses Psalms.

Die Botschaft ist klar: Vertrauen auf Gottes Versorgung überwindet alle irdischen Engpässe.

Warum ist der Psalm 23 so wichtig?

Trost in Trauer und Angst

Psalm 23 wird häufiger als jeder andere Bibeltext bei Beerdigungen gesprochen. Weitere Anregungen zum Schreiben von Trauerkarten finden Sie in unserem Artikel über Persönliche Worte Trauerkarte Schreiben. Die Bilder vom „dunklen Tal“ und der „Salbung mit Öl“ geben Trauernden eine Sprache für das Unsagbare. Der ERF (Evangeliums-Rundfunk) erklärt die Salbung mit Öl als Schutzsymbol und Zeichen der Ehre für Gäste im Alten Orient – ein Bild, das bis heute in der Krankensalbung lebendig ist.

Vorbild für andere Psalmen

Der Aufbau von Psalm 23 – vom Hirten zum Gastgeber – ist einzigartig. Herder hebt hervor, dass die ersten beiden Strophen das Hirtenbild nutzen, die letzten beiden das Bild des königlichen Gastgebers (Verlag Herder). Diese Zweiteilung macht den Psalm zu einem kleinen Kunstwerk der biblischen Poesie. So wie die 7 Weltwunder als kulturelle Meilensteine gelten, ist Psalm 23 ein literarischer Meilenstein der biblischen Poesie.

Verwendung in Liturgie und persönlichem Gebet

Die EKD berichtet, dass Psalm 23 im evangelischen Gottesdienst häufig im Wechsel gebetet wird (EKD). Auch in der katholischen Liturgie ist er fest verankert – etwa als Taufspruch oder in der Sterbesalbung. Die Wikipedia nennt ihn „einen der bekanntesten Psalmen der Bibel“ (Wikipedia).

Die Spannung

Die weite Verbreitung macht den Psalm fast zu einer kulturellen Selbstverständlichkeit. Wer ihn nur aus Beerdigungen kennt, übersieht vielleicht seine ursprüngliche Kraft: ein Loblied auf Gottes Treue – nicht nur ein Trost für das Ende.

Der Psalm fordert heraus, ihn in seiner ganzen Tiefe neu zu entdecken.

Ist Psalm 23 für Kinder geschrieben?

Ursprünglicher Kontext

Psalm 23 wurde nicht speziell für Kinder verfasst. Er entstand im Kontext des antiken Israel und war Teil des Gebetbuches der Gemeinde. Dennoch spricht seine bildhafte Sprache – grüne Auen, frisches Wasser, das dunkle Tal – Kinder unmittelbar an. Die EKD betont, dass solche Bilder auch von Kindern verstanden werden (EKD).

Kindgerechte Erklärungen der Bilder

Viele Gemeinden und Verlage bieten kindgerechte Fassungen an, die die Hirtenmetapher mit alltagsnahen Vergleichen erklären – etwa „Gott passt auf dich auf wie ein Hirte auf seine Schafe“. Auch im Religionsunterricht wird Psalm 23 früh eingesetzt.

Praktisch

Eltern, die Psalm 23 mit Kindern besprechen wollen, können die Bilder aus dem Psalm gemeinsam malen: die grüne Wiese, den Becher, den Tisch. So wird Abstraktes konkret – und das Vertrauen wächst mit jedem Pinselstrich.

Die bildhafte Sprache des Psalms eignet sich hervorragend für die gemeinsame kreative Auseinandersetzung.

Welcher Psalm ist der stärkste?

Kriterien für „Stärke“ eines Psalms

Es gibt keine objektive Rangfolge. Was den einen tröstet, kann den anderen leer lassen. Dennoch gelten einige Psalmen als besonders kraftvoll – darunter Psalm 1 (der Weg des Gerechten), Psalm 46 („Gott ist unsere Zuflucht“) und Psalm 139 („Du erforschst mich und kennst mich“). Die Wikipedia listet Psalm 23 an der Spitze der meistzitierten Psalmen (Wikipedia).

Vergleich mit anderen Psalmen

Während Psalm 23 Trost spendet, wirkt Psalm 91 wie ein Schutzgebet und Psalm 121 wie ein Reisesegen. Die Stärke eines Psalms liegt letztlich in der persönlichen Erfahrung des Betenden – nicht in einer Rangliste.

Fazit: Psalm 23 ist der häufigste Trostpsalm, aber nicht „der stärkste“ im objektiven Sinn. Für den Einzelnen kann ein anderer Psalm viel stärker wirken – je nach Lebenssituation. Die Vielfalt der Psalmen ist ihr größter Reichtum.

Die subjektive Wirkung entscheidet – und diese kann ganz unterschiedlich ausfallen.

Bestätigte Fakten und was unklar ist

Bestätigte Fakten

  • Psalm 23 ist Teil des hebräischen Psalters (Wikipedia)
  • Traditionell wird er David zugeschrieben (EKD)
  • Das Hirtenbild ist zentral (EKD)
  • Der Text ist in nahezu allen Bibelausgaben enthalten (Jesus.de)

Was unklar ist

  • Genaues Datum der Abfassung (10.–6. Jahrhundert v. Chr.) (Wikipedia)
  • Ob David selbst der Autor ist (historisch-kritische Forschung unsicher) (Wikipedia)
  • Ursprüngliche Melodie oder liturgische Verwendung
  • Ob der Psalm ursprünglich eine Melodie hatte, ist unbekannt.

Die Faktenlage ist klar, doch einige historische Details bleiben offen.

Stimmen zu Psalm 23

„Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser.“

— Martin Luther, Übersetzung des Psalms (Lutherbibel 1984)

„Die Aussage ‚Der Herr ist mein Hirte‘ ist ein persönliches Vertrauensbekenntnis – Gott sorgt für die Bedürfnisse des Beters.“

— Charles H. Spurgeon, Auslegung zu Psalm 23 (Evangeliums.net)

„Im Midrasch wird Psalm 23 als das Gebet derer verstanden, die auf Gottes Führung durch die Wüste vertrauen – jedes grüne Weideland ist ein Zeichen seiner Treue.“

— Jüdische Tradition, zusammengefasst nach Wikipedia

Die Stimmen verschiedener Traditionen unterstreichen eine gemeinsame Botschaft: Psalm 23 ist ein Lied des Vertrauens, das über Konfessionsgrenzen hinweg trägt.

Fazit: Was bleibt von Psalm 23?

Psalm 23 ist mehr als ein alter Text – er ist ein lebendiges Gebet, das Menschen in den unterschiedlichsten Lebenslagen begleitet. Wer ihn spricht, bekennt sich zu einem Gott, der nicht fern ist, sondern wie ein Hirte führt und wie ein Gastgeber ehrt. Für alle, die Trost oder Halt suchen, bietet dieser Psalm eine Sprache, die keine Moderne ersetzen kann: einfach, bildstark und voller Zuspruch.

Für den deutschsprachigen Raum gilt: Ob als Taufspruch, bei der Trauerfeier oder im stillen Gebet – Psalm 23 wird weiterhin zu den meistzitierten Bibelstellen gehören. Wer sich auf ihn einlässt, entdeckt einen Schatz, der 3000 Jahre alt ist und doch jeden Tag neu klingen kann.

Weitere Quellen

youtube.com

Viele Gemeinden greifen bei der Konfirmationsvorbereitung auf diesen Psalm zurück, und auch in einer Liste der beliebtesten Konfirmationssprüche steht er ganz oben.

Häufig gestellte Fragen

In welcher Bibelübersetzung steht Psalm 23?

Psalm 23 ist in allen gängigen deutschen Bibelübersetzungen enthalten – am bekanntesten sind die Lutherbibel („Der HERR ist mein Hirte“) und die Einheitsübersetzung („Der Herr ist mein Hirt“). Auch in der King-James-Bibel (englisch) lautet die erste Zeile „The LORD is my shepherd“.

Wann wird Psalm 23 in Gottesdiensten gelesen?

Psalm 23 wird häufig in Ostergottesdiensten, bei Taufen, Konfirmationen, Trauungen und vor allem bei Beerdigungen gelesen. Er ist auch fester Bestandteil der katholischen Sterbesalbung.

Warum wird Psalm 23 oft bei Beerdigungen verwendet?

Die Bilder vom dunklen Tal und der Geborgenheit im „Haus des Herrn“ bieten Trost in der Trauer. Der Psalm drückt die Hoffnung aus, dass der Verstorbene bei Gott geborgen ist – und gibt den Hinterbliebenen eine Sprache für ihre Gefühle.

Gibt es eine kindgerechte Version von Psalm 23?

Ja, viele Gemeinden und Verlage bieten kindgerechte Fassungen an, die die Hirtenmetapher mit einfachen Worten erklären. Die bildhafte Sprache (grüne Auen, frisches Wasser) spricht Kinder ohnehin an.

Welche Symbole kommen in Psalm 23 vor?

Die wichtigsten Symbole sind der Hirte (Gott), grüne Auen und frisches Wasser (Versorgung), das dunkle Tal (Todesgefahr), der Tisch (Gastfreundschaft), das Öl (Salbung/Segen) und der Becher (Überfluss).

Wie viele Psalmen gibt es insgesamt?

Das Buch der Psalmen umfasst 150 Psalmen. Psalm 23 ist einer der bekanntesten.

Warum heißt es „Der Herr ist mein Hirte“ und nicht „mein König“?

Das Hirtenbild betont Nähe, Fürsorge und tägliche Führung – während ein König eher Distanz und Herrschaft ausdrückt. Der Psalm wählt bewusst das vertraute Bild des Hirten, um die persönliche Beziehung zu Gott zu unterstreichen.

Diese Antworten decken die häufigsten Fragen zu Psalm 23 ab.



Maximilian Simon Hoffmann Richter

Uber den Autor

Maximilian Simon Hoffmann Richter

Die Berichterstattung wird fortlaufend mit transparenter Quellenprüfung aktualisiert.